Das Wendsche Platt ist ein niederfränkischer Dialekt, der ausschließlich in der Region der Gemeinde Wenden in Südwestfalen gesprochen wird. Diese Seite bietet einen Überblick über die grammatikalischen Besonderheiten dieser Mundart.
Die unbestimmten Artikel „ein“ im Maskulinum (männlich) und Neutrum (sächlich) sowie „eine“ im Femininum (weiblich) stehen vor dem Substantiv. Sie können nur in der Einzahl eingesetzt werden. Im Wendschen Platt lauten sie:
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Maskulinum |
Femininum |
Neutrum |
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männlich: „en“ |
weiblich: „(en)ne“ |
sächlich: „en“ |
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In den verschiedenen Fällen, also dekliniert, heißt es, wenn der Artikel betont wird: |
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en Källe(n) |
(en)ne Frau |
en Blaach |
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van em Källen |
van ner Frau |
van em Blaach |
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em Källen sëjn |
ner Frau sëjn |
em Blaaach sëjn |
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em Källen |
ner Frau |
em Blaach |
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en Källen |
(en)ne Frau |
en Blaach |
Die bestimmten Artikel lauten im Hochdeutschen „der“, „die“ und „das“. Sie definieren genau den Fall, das Geschlecht und die Zahl (Einzahl oder Mehrzahl) der Hauptworte. Wie auch der unbestimmte Artikel stehen sie vor dem Substantiv. Anders als die unbestimmten Artikel steht der bestimmte Artikel auch in der Mehrzahl, lautet aber einheitlich „die“.
Auch das gilt im Wendschen Platt analog. Zu unterscheiden ist, ob der Artikel betont (z.B. auf diesen Kerl … verwiesen wird = dää, dii, dat) oder unbetont (wenn es allgemein der Kerl… ist = de oder d‘, de oder d‘, et oder ‘t). Sie lauten dementsprechend:
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Maskulinum |
Femininum |
Neutrum |
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Singular |
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männlich: „dää – de, d‘ “ |
weiblich: „di – d‘ “ |
sächlich: „dat – et, ‘t“ |
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Dää / de Källe |
di /de Frau |
dat / et Blaach |
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van demm Källen |
van de/dä Frau |
van dem Blaach |
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demm Källen sëjn |
de/dä Frau sëjn |
dem Blaach sëjn |
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demm Källen |
de/dä Frau |
dem Blaach |
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denn/ d‘n Källen |
dii /de Frau |
dat / et Blaach |
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Plural |
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männlich: „de“ |
weiblich: „de“ |
sächlich: „de“ |
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de Källe |
de Frauen |
de Blajen |
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van denn Källen |
van denn Frauen |
van denn Blajen |
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den Källen sëjn |
denn Frauen sëjn |
denn Blajen sëjn |
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denn Källen |
denn Frauen |
denn Blajen |
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de Källe |
de Frauen |
de Blajen |
Verben (Zeitwörter) werden im Wendschen Platt wie im Hochdeutschen durch Anhängen der Endung „-en“ oder „-n“ an den Wortstamm gebildet. Beispiele:
Verben können auch durch zwei Endungen gebildet werden wie z.B. insammeln (= einsammeln). Stamm ist hier: „sam" wie in "təsaamen" (zusammen), an den zunächst ein „-el“, dann ein zusätzliches „–n“ angehängt wird (wie im Hochdeutschen).
Starke Verben verändern ihren Stammvokal meistens in der 2. und 3. Person Singular (du bzw. er, sie, es). Beispiel: „ich gebe, du gibst, er gibt, wir geben, ihr gebt, sie geben“. Im Präteritum (Vergangenheit) heißt es: „ich gab, du gabst, er gab, wir gaben, ihr gabt, sie gaben“, also Umlautung des „e“ zum „i“ im Singular Präsens und „a“ im Präteritum. Das Partizip lautet „gegeben“. Diese Regeln gelten analog auch im Wendschen Platt. Beispiele:
Schwache Verben verändern unabhängig von Person, Zahl (Numerus), Zeit (Tempus) und Modus den Stammvokal nicht. Sie werden daher auch „regelmäßige Verben“ genannt. Beispiel: „ich koche, du kochst, er kocht, wir kochen, ihr kocht, sie kochen“. Hier lautet das Präteritum (Vergangenheit) „ich kochte, du kochtest, er kochte, wir kochten, ihr kochtet, sie kochten“. Zum Wortstamm „koch“ werden nur die Endungen angehängt, also das „t“ und die Personalendung. Auch hier gilt die Regel im Wendschen Platt wieder analog. Beispiele:
Bei einigen Verben wird der ursprünglich in der Grundform (Infinitiv) vorhandene lange Stammvokal in der 2. und 3. Person Einzahl verkürzt. Beispiele:
In diesen Beispielen wird auch Umlaut und der Diphtong (Doppelvokal „äa“ so kurz wie möglich gesprochen).
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Deutsch |
Wendsches Platt |
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ich |
eck/ikk/ech |
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du |
dou |
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er |
hä |
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sie |
ätt |
|
es |
et |
|
wir |
mij/mej |
|
ihr |
ij |
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sie (Plural) |
se |